Fragwürdige Neutrinos 

 

Denn es ist leicht, sich beim Experimentieren zu täuschen und zu meinen,

das gesehen und gefunden zu haben, was wir zu sehen und zu finden wünschen.

Luigi Galvani

 

Es muss zur Kenntnis genommen werden, dass sowohl Teilchen und Kerne als auch Atome eine variable innere Energie besitzen. Beweise dafür sind das Strahlungsspektrum eines schwarzen Körpers, die Energieverteilung der Teilchen eines Gases oder die variable Energie, mit der β-Elektronen bei radioktiven Zerfällen emittiert werden.

Das mechanistische Teilchenbild aus der Anfangszeit der Kernphysik ließ keinen Erklärungsansatz für eine variable innere Energie zu. So erdachte Pauli im Jahre 1930 ein masseloses, ungeladenes Teilchen (Neutrino“), um damit das rätselhafte β-Spektrum theoretisch zu begründen. Die als konstant angesehene Zerfallsenergie sollte sich auf β-Elektron und Neutrino“ verteilen, so dass das Elektron einen mehr oder weniger großen Energiebetrag abbekommt. Dem so in die Welt gesetzten Neutrino“ folgten Experimente, um der Theorie Glaubwürdigkeit zu verleihen. Keines dieser Neutrino-Experimente, von Savannah-River 1956 bis OPERA 2011, liefert jedoch einen tragfähigen Neutrino-Beweis.


 

Reines und Cowan 1955/56 ("Savannah-River-Experiment")

 

Der theoriebasierte Gedanke des Experiments besteht darin, die bei der Reaktion eines vermuteten Neutrinos (νe) mit einem Proton (p+) entstehenden Teilchen Positron (e+) und Neutron (n) nachzuweisen.

 

(8.1)     νe    +     p+     →     e+    +     n

 

Es werden keine Neutrinos nachgewiesen, sondern im Detektor werden lediglich Positron- und Neutron-Ereignisse aufgezeichnet. Wenn auf ein Positronereignis in einem Zeitraum von 0,75-30μs ein Neutronereignis folgt, so wird dies als Beweis für ein „Neutrino“ gewertet. Die unmittelbare Nähe zu einem Reaktor sollte eine hohe „Neutrinodichte“ sicherstellen.


Abb. 8.1: Die theoretische Wertung des Experiments von Reines und Cowan 1956 

 

A8.1_Neutrino_theoret.png

 

Die Nähe zum Reaktor hat aber zur Folge, dass eine erhebliche Anzahl Neutronen den Detektor erreicht. Eine vollständige Abschirmung dieser Teilchen ist unmöglich.

 

Abb. 8.2: Vagabundierende Reaktorneutronen lösen Positron- und Neutronereignisse aus

 

A8.2_Neutrino_real.png

 

Positronen und Neutronen werden ständig durch die Reaktoraktivität freigesetzt oder entstehen sekundär. Reines und Cowan beobachteten „überzufällig oft“ ein Neutronereignis kurz vor einem als positiv detektierten Neutrinonachweis, ohne dafür eine befriedigende Erklärung zu finden. Es handelt sich hierbei um ein Neutronereignis, das sekundär zur Freisetzung eines Positrons führt. Damit lieferte das Experiment im Grunde den Beweis für die Nicht-Existenz des Neutrinos.


Die Beobachtungen wurden in der positiven Erwartungshaltung interpretiert, dass Neutrinos existent sind. Alternative Ereignisse oder Ereignisketten zur Erklärung der experimentellen Beobachtungen wurden nicht diskutiert. Die Experimentatoren haben es zudem unterlassen, ein vergleichendes Experiment fernab eines Kernreaktors durchzuführen, um insbesondere die vermuteten störenden Einflüsse kosmischer Strahlung genau zu bestimmen und aus den Messungen zu eliminieren. In einem solchen Blindexperiment hätte durch eine sparate Neutronenquelle auch der Nachweis erbracht werden können, dass die als neutrino-positiv gewerteten Ereignisse tatsächlich von Neutrinos und nicht durch Neutronen verursacht wurden.

 

 

Chemische Neutrino-Nachweise

 

Im GALLEX-Experiment, in der Homestake-Mine und bei ähnlichen Versuchen wird eine sehr große Grundgesamtheit von Kernen auf gelegentliche Umwandlungen hin untersucht, Dabei geht ein Kern aus seinem Gleichgewichtszustand in einen benachbarten instabilen Zustand über. Diese sehr seltenen Rückumwandlungen werden hier als "Flip-Flop-Ereignisse" definiert, weil der betreffende Kern entsprechend seiner Halbwertszeit wieder in den stabilen Zustand zurückkehrt. Diese gelegentlichen Rückumwandlungen haben die gleiche Ursache wie das β-Spektrum selbst: Sie sind auf die variable innere Energie der Kerne und Teilchen zurückzuführen. Es besteht keinerlei Zusammenhang mit irgendwelchen "Neutrinos", wohl aber korellieren das β-Spektrum und die beobachteten Kernumwandlungen. Überschreitet die innere Energie eines Kerns einen bestimmten Betrag, so kann dieser in den benachbarten isobaren Kern umwandeln, der dann chemisch nachweisbar ist (siehe Abb.5.2: Energieprofil Kern 71).

 

Das GALLEX-Experiment ergab eine sehr viel geringere "Neutrino-Dichte" von der Sonne, als auf Basis des Reines-Cowan-Experiments berechnet worden war. Das ließ aber keine Zweifel an der Neutrino-Theorie aufkommen, sondern führte zur Erfindung der Neutrino-Oszillation. Auf dem Weg von der Sonne zur Erde sollte sich der größte Teil der Elektron-Neutrinos in Tauon-Neutrinos umwandeln ("oszillieren"). Tauon-Neutrinos wurden nie direkt nachgewiesen und existieren nur in Form "überzeugender theoretischer Argumente". Die Diskrepanzen zwischen Theorie und experimentellen Befunden wurde einmal mehr mit einer weiteren, unbewiesenen Hypothese ausgeblendet und nicht ursächlich erkannt. Mit der Neutrino-Oszillation müssen die Neutrinos eine Masse besitzen, da laut Theorie nur Masse-Teilchen umwandeln können. Das bedeutet wiederum, dass die Neutrinogeschwindigkeit deutlich unterhalb der Lichtgeschwindigkeit liegen muss. Hier wird ein Teufelskreis ersichtlich, aus dem die Theorie keinen Ausweg kennt. Sie geht weiterhin von "lichtschnellen" Neutrinos aus, wie aus den Wertungen der aktuellen Neutrinoexperimente (Stand: Juni 2012) hervorgeht.

 

Die Flip-Flop-Ereignisse sind besonders bei den Kernen zu erwarten, deren Gleichgewichtszustand energetisch nur geringfügig von den benachbarten instabilen Zuständen abweicht, wie beim genannten Kern 71. Besonders geringfügig sind die Abweichungen der Kernbindungsenergie auch beim Kern 49-In-115, der für das zu GALLEX analoge LENS-Experiment vorgesehen ist. Auch das LENS-Experiment wird Neutrinos nachweisen, ohne dass Neutrinos existent sind. Die gängige Theorie lässt keine der Realität entsprechende Erklärung zu.


Beim Kern 5-B-10 werden die Flip-Flop-Ereignisse seit langem zur erdgeschichtlichen bzw. archäologischen Datierung benutzt. Seit dem Ende der Eiszeit sind die Gesteine in den vorher eisbedeckten Gebieten dem ungehinderte energetischen Einfluss der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Der stabile Kern 5-B-10 wandelt dadurch in erheblichem Maße in den weniger stabilen Kern 4-Be-10 um. Für diese Umwandlung kommen nach gegenwärtiger theoretischer Sicht nur Anti-Elektron-Neutrinos als Ursache in Betracht. Durch Aktivitäts-Messung der Kerne 4-Be-10 kann auf den Zeitpunkt des Abschmelzens des Eises geschlossen werden. Die dafür relevanten Umwandlungen setzten erst mit dem Verschwinden der Eisbedeckung ein, aber die nach der gegenwärtigen Lehrmeinung eigentlich dafür verantwortlichen Neutrinos würden selbst den dicksten Eispanzer durchdringen.

 

Eine theoretische Begründung dafür, dass alle Teilchen und Kerne eine variable innere Energie besitzen, war zu Paulis Zeiten noch nicht möglich und wurde auch von niemandem in Erwägung gezogen. Die Thermodynamik kannte jedoch bereits die mittlere Energie der (Gas-)Moleküle und das Plancksche Strahlungsgesetz beschrieb die Energieverteilung der Strahlung eines schwarzen Körpers. Spätestens mit dem Entstehen der Quark-Hypothese hätte die variable innere Energie der Kerne und Teilchen grundsätzlich richtig, wenn auch mit Hilfe der falschen, nicht existenten Objekte erklärt werden können.


Das "Neutrino"-Experiment OPERA ergab, dass sich Neutrinos scheinbar schneller als das Licht bewegen. (Ähnliche Beobachtungen wurden bereits in der Homestake-Mine gemacht!) Im Grand Sasso beobachtet man Ereignisse, die von Neutrinos aus dem 730km entfernten CERN verursacht werden sollen. Allein in den 1300t Blei des OPERA-Detektors finden pro Sekunde ca. 6000 hochenergetische α-Umwandlungen statt, die Kaskaden weiterer Ereignisse auslösen. Die Flut von Ereignissen in den OPERA-Detektoren steht in keinem ursächlichen Zusammenhang mit den Aktivitäten am CERN. Die extrem genaue Zeitmessung ist erforderlich, um nicht irrtümlich eines der permanent stattfindenden Erignisse einem "Neutrino" zuzuordnen, welches gar nicht vor Ort sein dürfte. Alle beobachteten Ereignisse haben also auch hier völlig andere Ursachen.

 

Alle chemischen „Neutrino“-Experimente beruht auf dem Prinzip, eine große Grundgesamtheit von Kernen auf sehr seltene Umwandlungen hin zu überwachen. Die Ursache der Umwandlungen liegt allein in der energetischen Fluktuation der Kerne. Die so verursachten spontanen Kern-Umwandlungen sind permanente Erscheinungen in unserer Umwelt. Veränderte Bedingungen, wie höhere Temperaturen oder intensive Energieeinstrahlung werden sich auf die Häufigkeit dieser Ereignisse auswirken. Keines der Ereignisse steht aber im Zusammenhang mit "Neutrinos". So hätte eine intensive Lichtquelle über dem Tank des GALLEX-Experimentes die Erfindung der Neutrino-Oszillation durchaus verhindern können.

Beim Kamiokande-Experiment wird ein großer Behälter mit hochreinem Wasser auf gelegentliche hochenergetische Ereignisse hin überwacht. Wie oben bereits ausgeführt, gibt es keine absolut stabilen Atomkerne, es werden auch tief im Inneren von Bergwerken, weitgehend abgeschirmt von kosmischer Strahlung immer irgendwelche Hintergrundereignisse zu beobachten sein. Die zugänglichen Mess-Diagramme vom Kamiokande bestätigen dies. Der Supernova 1987a wurde ein Ereignis zugeordnet, bei dem die Hintergrundaktivität kurzzeitig auf des Vierfache anstieg. Solche Fluktuationen finden sich einerseits ständig in den Aufzeichnungen, andererseits darf die Auswirkung der hochenergetischen Strahlung der Nova auf die Erdatmosphäre nicht unberücksichtigt bleiben. Eindeutige Neutrinobeweise liefert auch Kamiokande nicht.

Das aufwändige Eiscube-Experiment in der Antarktis und das Experiment Baikal-NT200, das die tiefen Wassern des Baikals auf vermeintliche Neutrino-Ereignisse hin überwacht, stellen lediglich Erweiterungen der Experimente in eine größere räumliche und materielle Dimension dar, nicht aber in eine neue Dimension der Erkenntnis.


Eine Fragwürdigkeit der "Neutrinos" sei noch angesprochen. Teilchen und Antiteilchen treten bei ihrem Aufeinandertreffen in Wechselwirkung, gleiches muss auch für Neutrinos gelten. In der Theorie ist keine Aussage zu Neutrino-Antineutrino-Wechselwirkungen zu finden, auch experimentelle Beobachtungen sind nicht bekannt. Man könnte dies zwar mit dem äußerst geringen Wirkungsquerschnitt des Neutrinos begründen. Dennoch bleibt eine theoretische Aussage offen. Der Wirkungsquerschnitt ist lediglich eine mathematisch abgeleitete Größe, die wirkliche Ursache der Affinität von Teilchen (Bereitschaft zur Wechselwirkung) ist unerkannt. Für verschiedene Teilchenreaktionen kann ein bestimmtes Teilchen sehr unterschiedliche Wirkungsquerschnitte aufweisen. Auch hier stehen die "Neutrinos" außerhalb der erkannten Gesetzmäßigkeiten.

Das "Neutrino" ist das ideale Teilchen in einem Theoriengebäude, das sich immer weiter von der Realität entfernt: Es ist immer dann präsent, wenn es darum geht, Prozesse zu erklären, die ursächlich völlig unverstanden sind, und es tritt auf Grund seines geringen Wirkungsquerschnitts nie störend in Erscheinung. Der Vergleich mit dem unwägbaren "Phlogiston" aus den Anfangsjahren der Chemie ist naheliegend: Man glaubt die Erklärung einer Tatsache gefunden zu haben, ohne die wirkliche Ursache erkannt zu haben.

 

(in Bearbeitung)